06.10.2011
Die Goldenen Zwanziger
Die “Goldenen Zwanziger” bezeichnen eine Periode in der Zeit der Weimarer Republik, die von einem wirtschaftlichen, künstlerischen und kulturellen Aufschwung gekennzeichnet war. Vor allem ist mit diesem Begriff die Periode in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gemeint. Keine Stadt ist mit diesem Begriff so eng verbunden wie Berlin. Viele Künstler engagierten sich neben ihrer Kunst auch politisch. Die Kunst machte sich frei von akademischen Zwängen und eine neue Natürlichkeit hielt Einzug. Es wurde viel Neues probiert, was früher verpönt und von gesellschaftlichen Zwängen gar nicht erst zugelassen wurde. Künstler wie Otto Dix, Max Beckmann, George Grosz oder Paul Klees brachen mit Tabus und schufen gesellschaftskritische, teils auch freizügige Werke. Diese Tendenzen setzten sich ebenso in der Musik der 20 er fort.
Auch die Mode erlebte in den Goldenen Zwanzigern eine Blütezeit. So wurde in der Mode auf eine schockierende Wirkung gesetzt. Vor allem Accessoires spielten dabei eine wichtige Rolle. Man denke dabei an die lange Zigarettenspitze, die von Damen geraucht, pardon getragen, wurde. Diesen Accessoires fiel die Aufgabe zu, einen Hauch von Mondänem in Verbindung mit Frivolität auszuströmen. Das Outfit war auch oft von Perlenketten, Stirnbändern, Boas und Handtaschen geprägt. Auch die Damenfrisuren sollten aggressiv wirken und sie taten es. Während die Elterngeneration noch mit Haarnadeln festgesteckte Schneckenfrisuren trug, schockierten die jungen selbstbewussten Frauen mit dem Bubikopf. Den Körper der jungen Damen umhüllte nicht selten der sogenannte Flapper-Look.
Während am Anfang der 20 er Jahre die Herrenmode noch deutlich klassisch gehalten war, später wurden die Formen der Jacken leicht tailliert, recht leger und nicht mehr so stark ausgepolstert wie zuvor. Die Frisuren bei den Herren waren streng und wurden meist mit einem Seitenscheitel getragen. Die Herrenschuhe wurden leichter, mussten sie sich doch auch für Tanzsalons eignen. Sie durften sogar gelochte Muster haben oder von einem Monogramm geziert sein. Auch bei den Herren hielt eine leichte Verspieltheit Einzug, die allerdings nicht mit der der Damen vergleichbar war. Später durften die Herren sogar Schiebermützen und Knickebocker tragen und das nicht nur in proletarischen Kreisen.